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Für die Pharaonen gab es, wenn sie auf Reisen gingen, nur ein akzeptables Verkehrsmittel: das Schiff. Der Nil, mit seinen 6671 Kilometern der längste Srom der Erde, lag damals wie heute vor der Palasttür. An seinen Ufern die längste Oase der Welt, ein schmaler Grünstreifen, der sich zwischen Arabischer und Libyscher Wüste rund tausend Kilometer durch das Land zieht.Erst an der Mündung weitet er sich aus, dort, wo der fruchtbare Nilschlamm über die Jahrtausende ein breites Delta hat entstehen lassen.

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Totenmaske des Pharao Tut-anch-Amun im Ägyptischen Museum Kairo
Wer Kairo besucht sollte sich auf ein permanentes Verkehrschaos einrichten, nach kurzer Zeit wird Ihnen der Lärm, Staub und das dynamische Eigenleben unweigerlich auf den Nerv gehen. Kairo ist die totale Ignoranz sämtlicher Verkehrsregeln. Kairos Einwohnerzahl läßt sich nur schätzen, 17 Millionen sollen es heute sein-und täglich kommen ca. 3500 neue hinzu. Kairo verbraucht fast zwei Drittel der Nahrung, die das gesamte fruchtbare Niltal und die Wüsten-Oasen Ägyptens erzeugen. Der arabische Moloch ist ein Superlativ aus Stein, Lärm und Leben. Die mit Abstand größte Stadt Afrikas und der gesamten islamischen Welt ist nicht nur Handelsdrehkreuz, sondern mit der Al-Azhar-Moschee nebst angeschlossener Universität, seit tausend Jahren Bewahrerin der islamischen Gotteslehre, auch geistig-dogmatisches Zentrum der mehrheitlich sunnitischen Muslime- neben dem halb so großen New York eine zweite, unbekannte Welthauptstadt. Kairo ist New York, Rom und Mekka zugleich. Al-Qahirah "die Unbesiegbare" war längst Weltstadt, bevor andere geboren wurden. Als Christus zur Welt kam, war die Cheops-Pyramide schon 2560 Jahre alt. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird auch in Kairo spürbar größer - auf der einen Seite das arabische World Trade Center und die First Mall mit ihren Jaguar-Bulgari-und Versace-Boutiquen, auf der anderen die dicht bevölkerte Totenstadt, in der das Leben im Staub der Straße zwischen Gräbern, Ziegen und Hühnern spielt. Kairo-Anfänger wie Kairo-Kenner zieht es zum Ägyptischen Museum. Anschließend empfiehlt sich ein Bummel über die Nilbrücke zum Kairo-Turm mit hervorragender Sicht über die gesamte Stadt bis zu den Pyramiden, vorausgesetzt, der tägliche Smog zieht nicht den Vorhang zu.

Die Pyramiden von Gizeh

Sogleich nach Regierungsantritt erging vom Pharao der Auftrag zum Bau seiner Pyramide. Sie sollte keineswegs sein steinernes Erinnerungsmal werden(meistens fehlen deshalb auch Namen) , sondern galt dem Heil und dem Fortbestehen des ägyptischen Volkes. Nur die Sicherung des königlichen Toten garantierte sein Weiterleben im Jenseits und damit sein Tätigwerdenkönnen für das Land und für jeden Ägypter, für Wasser, Brot und für ein lohnendes, schönes Diesseits. Napoleon hat eimal ausrechnen lassen das man von dem aufgeschichteten Gestein leicht eine 3 Meter hohe und 30 Zentimeter dicke Mauer um ganz Frankreich hätte ziehen können.

Unsere Hotelanlage: Unweit der Pyramiden steht das legendäre
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Luxor - Homer nannte Theben die <hunderttorige Stadt>. Sie war die glanzvolle Metropole der alten Welt. Die Pharaonen bauten ihre Paläste auf dem Ostufer und auf dem Westufer ihre Gräber. Die grandiosen Tempelanlagen von Luxor und Karnak, das Tal der Könige und der Königinnen, die Gräber der Noblen, die Memnon-Kolosse, der Hatschepsut-Tempel sind nur einige Zeugnisse der großartigen Kultur. Wer Theben-West sah, wer durch den glühenden Wüstensand in die Gräberstadt stapfte, unter der Glut der Sonne stöhnend, wer dann in das Dunkel der Pharaonengräber hinabstieg - der war im Wunder des Anfangs zu Hause. Man spürt überall den Atem der Geschichte. Übermächtig ist hier die Vergangenheit gegenwärtig.

Farbige Bildergeschichten auf den Fassaden erzählen, wo gläubige Muslims ihrer Pflicht zur Mekka-Reise nachgekommen sind. Sie ist der Höhepunkt eines mühsamen Lebens, das um die Sorge ums tägliche Brot kreist. Für immer mehr Menschen wird immer weniger geerntet.

Schau hin, aber rühr nichts an!
Theoretisch trägt jeder, der ein antikes ägyptisches Monument besucht, wenn auch unmerklich, zum Prozeß seiner Zerstörung bei. Unbedingt sind einige Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen, um den Schaden so klein wie möglich zu halten. Spezialschuhe werden gestellt, wenn man die neu entdeckte Sonnenbarke in Gizeh besichtigt; überall sonst sollte man rutschfeste Schuhe mit weicher, flacher Sohle tragen, um sich innerhalb der antiken Stätten leicht und leise zu bewegen. Keine Blitzgeräte im Inneren der Gräber und Tempel benutzen! Das Blitzlicht kann die sensiblen Farben beeinträchtigen; für Aufnahmen im Halbdunkel hochempfindliche Filme mitbringen oder bei digitalen Aufnahmen die ASA Einstellung erhöhen. Häufig werden beiläufig mit Armen, Schultern oder Taschen Wände und Säulen gestreift. Es ist mit Abstand das Schlimmste, was man den Altertümern zufügen kann; sie zu berühren.

Assuan -nirgendwo erscheint der Nil so blau wie hier- ist ein zauberhaftes Fleckchen Erde. Die Nilinseln, die weißen Segel der Felukken und die Menschen strahlen Ruhe und Gelassenheit aus. Den grossen Assuan Staudamm, die unvollendeten Obelisken, den Philae-Tempel müssen Sie sehen. Aber nehmen Sie sich auch Zeit für eine Felukke-Fahrt auf dem Nil, erleben Sie einen Sonnenuntergang auf der Terrasse des Old Cataract-Hotels, wie schon Agatha Christie: Bummeln Sie über den Bazar, in dem Sie alle Düfte und Gewürze des Orients finden.

Abu Simbel - Kein Assuan-Besuch ohne Abstecher nach Abu-Simbel, dem großartigen Tempel von Ramses II. über den blauen Wassern des aufgestauten Nil! Die beiden Felsentempel wurden in einer einmaligen Aktion vor den Fluten des Nasser Stausees gerettet. Die Tempel wurden in Blöcke zerlegt und originalgetreu 64 Meter oberhalb und 180 Meter landeinwärts von ihrem ursprünglichen Standort wiederaufgebaut.

Oberhalb Abu Simbel in der Libyschen Wüste hatte ich das Glück einer Beduinen Karawane aus dem Sudan zu begegnen. Sie waren auf dem Weg nach Alexandria um dort ihre jungen Kamele zu verkaufen. Ich habe nie mehr so tiefschwarze Menschen gesehen - sie waren sehr gastfreundlich und haben mir sofort heißen Tee angeboten.